Homepage der Wasserkunst von 1535 Landau


Direkt zum Seiteninhalt

Geschi.1

Die Geschichte der Landauer Wasserkunst - 1534/35 - 1555



Mit wachsender Bevölkerung wurde die Frage der Wasserbeschaffung aber immer zwingender. Gemeinderat und Bürgermeister machten sich deshalb Gedanken, wie die Wasserversorgung des Bergstädtchens einfacher zu bewerkstelligen sei. Man hatte von einem Schmied aus Fritzlar erfahren, der hier Abhilfe schaffen konnte. So wurde am "Montag nach Weihnachten im Jahre des Herrn 1534" mit dem Kleinschmied Bartholomäus Pfeiffer ein Vertrag geschlossen, mit dem sich dieser verpflichtete, eine Anlage zu schaffen, "die beständig und dauerhaft Wasser in Rohren bis an den Kump auf dem Markt bringen sollte".

Schon im Spätherbst 1535 war die Anlage fertig gestellt und das begehrte Wasser sprudelte aus einem auf dem Marktplatz endenden Rohr. 1555 baute man dort den ersten Kump. Heute befindet sich an gleicher Stelle ein 1984 nach historischem Vorbild rekonstruierter Kump, in den während der Betriebszeit von Mai bis Oktober durch die Wasserkunst wie anno dazumal Wasser gepumpt wird.













Die Lage der Wasserkunst hatte sich zwangsläufig ergeben aus dem vorhandenen Antriebswasser des Baches "Watter", dem zur Verfügung stehenden Trinkwasser aus einer dort enspringenden Quelle sowie der möglichst kürzesten Entfernung zwischen der Wasserkunst und dem Marktplatz.

Auf diese Weise ist die Wasserkunst am südlichen Steilhang der Stadt außerhalb der Stadtmauern entstanden, was sie als Festungsstadt sicherlich leicht angreifbar machte. Jedoch ist von einer durch Kriegseinflüsse und Belagerung unmittelbar hervorgerufenen längeren Störung der Wasserversorgung oder gar einer Beschädigung oder Zerstörung der Anlage nichts bekannt.


Die Wasserleitung hinauf zum Marktplatz bestand bis ins 19. Jahrhundert überwiegend aus Holzrohren, sogenannten "Pfeifen" oder Pipen. Die erforderlichen Stämme wurden im Stadtwald Landau geschlagen, durchgebohrt und anfangs voreinander, später ineinander geschoben und mit Eisenringen zusammengehalten. Obwohl mit Werg abgedichtet, drang Wasser heraus und verunreinigtes Wasser von außen hinein. Später wurden sie nach und nach durch Gußeisenrohre oder auch Steinzeugrohre ersetzt. Heute bestehen die Leitungen aus Stahl- bzw. Kunststoffrohren.



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü